Ebenen

Im Rahmen der Zertifizierung können drei Qualifikationsebenen durchlaufen werden, von der Eingangsebene Ebene C (verstehen) über Ebene B (anwenden) bis Ebene A (beherrschen).

  1. Allgemeine Übersicht
  2. Ebene C
  3. Ebene B
  4. Ebene A

Allgemeine Übersicht

Das SE-ZERT® Programm ermöglicht allen Inhabern einer abgeschlossenen technischen Ausbildung das Zertifikat zu bekommen. Die Zulassung zur Prüfung erteilt der TÜV Rheinland, nach Prüfung der eingereichten Unterlagen. Bei der Erstellung der Unterlagen und Fragen stehen die Trainingsanbieter zur Verfügung und halten gegebenenfalls Rücksprache mit dem TÜV Rheinland. Ein Zwang zur persönlichen Mitgliedschaft bei der GfSE besteht nicht. Mitglieder erhalten einen Rabatt.

Für jede Ebenen gibt es eine Prüfungsordnung, die weitere Details beinhaltet und heruntergeladen werden kann.

Je nach Vorkenntnissen und Berufserfahrung können die Ebenen in der Qualifikation erreicht werden. Für die Zulassung zur Prüfung ist für alle Ebenen eine abgeschlossene technische Ausbildung als Meister, Techniker, ein technischer Studienabschluss als Bachelor, Master, Dipl. Ing FH oder Dipl. Ing. mit einer Mindestanzahl an Berufserfahrung nötig. Darüber hinaus kann die Zertifizierungsstelle Einzelentscheidungen treffen bei denen besondere berufliche Werdegänge auf ihre Vergleichbarkeit mit den genannten Zulassungsvoraussetzungen hin überprüft werden. Eine kompakte Übersicht ergibt die folgende Grafik.

  Berufserfahrung_FINAL  

Die Berufserfahrung muss beim Antrag nachgewiesen und vom Arbeitgeber bestätigt werden. Selbstständige müssen Referenzen als praktische Erfahrung im Bereich Systems Engineering nachweisen. Die Ebenen B und C unterscheiden sich bei der Prüfung durch die verschiedene Anzahl an Fragen und Schwierigkeitsgrade. Die Prüfungsdauer ist bei beiden 120 Minuten und beinhaltet Multiple Choice als auch offene Fragen. Zum Bestehen der beiden Prüfungen werden 67 % der möglichen Punkte benötigt. Bei der Ebene A wird eine Studienarbeit mit Assessment durchgeführt.

Für die Zulassung müssen aus mindestens 3 Bereichen Erfahrungen nachgewiesen werden. Je nach Qualifizierungsebene sind es unterschiedliche Anzahl an Monate. Diese Erfahrungsbereiche aus der beruflichen Praxis sind folgende: 

  • Anforderungsmanagement
  • Risiko- und Chancenmanagement
  • Konfigurationsmanagement
  • Technische Planung
  • Abschätzung technischer Aufwände
  • Architekturdesign/-entwicklung
  • Qualifikation, Verifikation, Validierung
  • Prozessdefinition
  • Tool Unterstützung
  • Systems Engineering Weiterbildungen
  • Systemintegration
  • Qualitätssicherung
  • Fachbezogene Ingenieuraktivitäten nach INCOSE Handbuch ( z.B. Logistik, Instandhaltung, Zuverlässigkeit, Wartung, Verträglichkeit, Umwelt, Sicherheit, etc.)

Die 3 Kerncurricula für den SE-ZERT®, Ebene C, B und A, haben eine gemeinsame Grundstruktur: Sie weisen inhaltsbezogene und prozessbezogene Kompetenzbereiche aus, die miteinander verknüpft werden müssen. Die Kerncurricula des SE-ZERT® greifen diese Grundstruktur unter fachspezifischen Gesichtspunkten auf. Durch die Wahl und Zusammenstellung der Kompetenzbereiche wird der intendierte didaktische Ansatz des jeweiligen Moduls (1-9) deutlich. 

Für jedes Modulelement ist ein Kompetenzbereich (verstehen, anwenden, beherrschen) definiert, der bestimmt, über welchen Wissensgrad die Teilnehmer im jeweiligen Element nach Beendigung des Trainings verfügen sollen. 

Kompetenzbereiche Interpretation
beherrschen Kann das Verfahren selbst anwenden, delegieren, steuern, bewerten und vermitteln
anwenden Kann das Verfahren verstehen und in seiner ganzen Breite anwenden
verstehen Kennt den Begriff und kann ihn in den entsprechenden SE-Bereich einordnen
N/A Nicht anwendbar

Ebene C

Im Rahmen des SE-ZERT® Ebene C werden folgende Kenntnisse vermittelt: 

  • Vertieftes Wissen über Systems Engineering und Systems Engineering Management
  • Symbol- oder Fachsprache kennen, verstehen und anwenden,
  • Fachspezifische Methoden und Verfahren verstehen und zur Erkenntnisgewinnung nutzen,
  • Fähigkeit, bei den Aufgaben eines Systems Engineers in einem Projekt oder in einem Teilprojekt mitzuwirken und die entsprechende technische Verantwortung in einem Projekt zu übernehmen
  • Fähigkeit in multidisziplinären SE-Teams mitzuarbeiten 

Generelles Ziel des Trainings für den SE-ZERT® Ebene C ist es, dass die Teilnehmer, die Methoden und Vorgehensweisen des Systems Engineering mit allen Facetten, im Rahmen von Systemaufgaben, verstehen und in grundlegenden Bereichen auch anwenden können. Außerdem sollen in diesem Zusammenhang die Lücken geschlossen werden, die durch die unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen vorhanden sind.

Das primäre Lernziel der Module 1 bis 9 ist „verstehen“, wobei im Bereich Anforderungsmanagement, V&V und SE Management und den Realisationsprozesse das Lernziel „anwenden“ haben.

Zugangsvoraussetzungen:

Abschluss Anforderung
Meister oder Techniker 5 Jahre, davon mindestens 1 Jahr mit Zuordnung auf die Erfahrungsbereiche (mindestens 3)
Bachelor 2 Jahre, davon mindestens 1 Jahr mit Zuordnung auf die Erfahrungsbereiche (mindestens 3)
Master,
Dipl. Ing FH,
Dipl. Ing.
1 Jahr mit Zuordnung auf die Erfahrungsbereiche
(mindestens 3)

Zugelassen zur Prüfung wird jeder, der obige Erfahrung und Abschluss hat, ein Training auf Basis des Kurrikulum Ebene C bei einem zugelassenen Trainingsanbieter besucht hat, und eine Bescheinigung über 80% Anwesenheit zur Anmeldung vorweist.

Die Prüfung ist entsprechend der Themenbereiche in 9 Module aufgeteilt. Die Gewichtung und Typ der Fragen erfolgt unter folgenden Prämissen:

  • Multiple Choice- und offene Fragen werden ausschließlich als Wissensfragen angewendet.
  • Die Gesamtanzahl der Fragen beträgt 50 (42 Multiple Choice und 8 offene Fragen).
  • Richtig beantwortete Multiple-Choice-Fragen werden mit einem Punkt bewertet.
  • Eine vollständig richtig beantwortete offene Frage wird je nach ihrer Schwere mit einer Punktzahl von 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 Punkten bewertet.

Die Prüfung dauert 120 Minuten und ist mit 67% bestanden. Bei Anmeldung zur Prüfung muss der INCOSE Code of Ethics anerkannt und eine persönliche Markennutzung mit der GfSE beantragt werden. Somit soll das benutzte Siegel, das eine persönliche eindeutige ID für jeden Absolventen hat, geschützt werden und ist damit der hochwertigen Ausbildung zuzuordnen.

Das Zertifikat hat eine Gültigkeitsdauer von 5 Jahren. Zur Verlängerung des Zertifikats ist eine Rezertifizierung erforderlich. 

Bei Nichtbestehen kann auf Antrag des Teilnehmers eine Wiederholungsprüfung bei der nächstmöglichen Gelegenheit, aber frühestens einen Monat nach der Ergebnisbekanntgabe, abgelegt werden. Nach dreimaligem Nichtbestehen ist vor einer erneuten Zulassung zur Prüfung eine Wiederholung des Lehrgangs erforderlich. 

Ebene B

Im Rahmen des SE-ZERT® Ebene B werden folgende Kenntnisse vermittelt:

  • Anwendungssicheres Wissen über Systems Engineering und Systems Engineering Management
  • Symbol- oder Fachsprache kennen, verstehen und sicher anwenden,
  • Fachspezifische Methoden und Verfahren anwenden und zur Erkenntnisgewinnung nutzen,
  • Fähigkeit, ein begrenzt komplexes Projekt mit allen Parametern oder ein Teilprojekt eines komplexen Projekts mit den entsprechenden Parametern zu führen und die entsprechende technische Verantwortung in einem Projekt zu übernehmen
  • Fähigkeit ein kleines multidisziplinäres Team verantwortlich zu führen

Generelles Ziel des Trainings für den SE-ZERT® Ebene B ist es, dass die Teilnehmer, die Methoden und Vorgehensweisen des Systems Engineering mit allen Facetten, im Rahmen von moderat komplexen Systemaufgaben, anwenden können und Zusammenhänge erarbeiten und benutzen sowie ihre Kenntnis bei der Problemlösung anwenden können.

Das primäre Lernziel der Module 1 bis 9 ist „anwenden“, wobei im Bereich Anforderungsmanagement, V&V und SE Management und den Realisationsprozesse das Lernziel „beherrschen“ haben.

Zugangsvoraussetzungen:

Abschluss Anforderung
Meister oder Techniker 9 Jahre, davon 3 Jahre mit Zuordnung auf die Erfahrungsbereiche (mindestens 3)
Bachelor 6 Jahre, davon 3 Jahre mit Zuordnung auf die Erfahrungsbereiche (mindestens 3)
Master,
Dipl. Ing FH,
Dipl. Ing.
5 Jahre, davon 3 Jahre mit Zuordnung auf die Erfahrungsbereiche (mindestens 3)

Zugelassen zur Prüfung wird jeder, der ein gültiges Zertifikat der Ebene C besitzt, obige Erfahrung und Abschluss hat, ein Training auf Basis des Kurrikulum Ebene B bei einem zugelassenen Trainingsanbieter besucht hat, und eine Bescheinigung über 80% Anwesenheit zur Anmeldung vorweist.

Alternativ zum Ebene C Zertifikat besteht auch die Möglichkeit in einem einmaligem Versuch die Zulassung zum Training und Ebene B Prüfung mittels einer Quereinstiegsprüfung auf Basis Ebene C zu bekommen. Diese dauert 60 Minuten mit 20 Fragen (15 Multiple Choice und 5 offene Fragen). Die Prüfung wird über den Trainingsanbieter mit dem TÜV vereinbart und verläuft ähnlich den Standardprüfungen. Die GfSE empfiehlt ein paar Tage zur Vorbereitung, speziell für die offenen Fragen, bei dem ausgewählten Trainingsanbieter zu buchen.

Die Prüfung ist entsprechend der Themenbereiche in 9 Module aufgeteilt. Die Gewichtung und Typ der Fragen erfolgt unter folgenden Prämissen:

  • Multiple Choice- und offene Fragen werden ausschließlich als Wissensfragen angewendet.
  • Die Gesamtanzahl der Fragen beträgt 50 (38 Multiple-Choice-Fragen und 12 offenen Fragen).
  • Richtig beantwortete Multiple-Choice-Fragen werden mit einem Punkt bewertet.
  • Eine vollständig richtig beantwortete offene Frage wird je nach ihrer Schwere mit einer Punktzahl von 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 Punkten bewertet.

Die Prüfung dauert 120 Minuten und ist mit 67% bestanden. Bei Anmeldung zur Prüfung muss der INCOSE Code of Ethics anerkannt und eine persönliche Markennutzung mit der GfSE beantragt werden. Somit soll das benutzte Siegel, das eine persönliche eindeutige ID für jeden Absolventen hat, geschützt werden und ist damit der hochwertigen Ausbildung zuzuordnen.

Das Zertifikat hat eine Gültigkeitsdauer von 3 Jahren. Zur Verlängerung des Zertifikats ist eine Rezertifizierung erforderlich.

Bei Nichtbestehen kann auf Antrag des Teilnehmers eine Wiederholungsprüfung bei der nächstmöglichen Gelegenheit, aber frühestens einen Monat nach der Ergebnisbekanntgabe, abgelegt werden. Nach dreimaligem Nichtbestehen ist vor einer erneuten Zulassung zur Prüfung eine Wiederholung des Lehrgangs erforderlich.

Ebene A

Im Rahmen des SE-ZERT® Ebene A werden folgende Kenntnisse vermittelt:

  • Anwendungssicheres Wissen über Systems Engineering und Systems Engineering Management
  • Symbol- oder Fachsprache kennen, verstehen und beherrschen,
  • Fachspezifische Methoden und Verfahren beherrschen und zur Erkenntnisgewinnung nutzen,
  • Fähigkeit, ein komplexes Projekt mit allen Parametern zu führen und die entsprechende technische Verantwortung in einem Projekt zu übernehmen
  • Fähigkeit ein multidisziplinäres Team verantwortlich zu führen

Das Lernziel der Module 1 bis 9 ist „beherrschen“.

Zugangsvoraussetzungen:

Abschluss Anforderung
Meister oder Techniker 14 Jahre, davon 6 Jahre mit Zuordnung auf die Erfahrungsbereiche (mindestens 3)
Bachelor 11 Jahre, davon 6 Jahre mit Zuordnung auf die Erfahrungsbereiche (mindestens 3)

Master,
Dipl. Ing FH,
Dipl. Ing.

10 Jahre, davon 6 Jahre mit Zuordnung auf die Erfahrungsbereiche (mindestens 3)

Zugelassen zur Prüfung wird jeder, der ein gültiges Zertifikat der Ebene B besitzt, obige Erfahrung und Abschluss hat und eine Studienarbeit mit Selbstreflexion eigenständig erstellt hat.

Die Prüfung zum Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, besteht aus einer Studienarbeit, die in einem Fachgespräch zu verteidigen ist. Die Studienarbeit wird von den PersCert TÜV berufene Fachprüfern bewertet.

Bewertungskriterien sind:

  • Erkenntnisgewinn
  • Praktische Relevanz
  • Schlüssigkeit der Gedankenführung
  • Darstellung
  • Schlüssigkeit der Selbstreflexion

Die Studienarbeit ist zu einem vom Kandidaten selbst zu wählenden, relevanten Systems-Engineering-Thema anzufertigen. Kennzeichen relevanter Themen sind Multidisziplinarität und/oder das Denken in Systemen und deren Lebenszyklen. Die Themenvorschläge sind bei PersCert TÜV einzureichen, zusammen mit einer Einverständniserklärung des Kandidaten über die Weitergabe an die Fachprüfer (GfSE-Assessoren). Die Studienarbeit soll insgesamt 20 bis 50 DIN A4 Seiten umfassen, einschließlich einer Zusammenfassung von 1/2 Seite. Die Studienarbeit muss eine Anlage mit einer Selbstreflexion “Auseinandersetzung mit der eignen Persönlichkeit und dem Verhalten im Umgang mit anderen“ von 1-2 Seiten enthalten. Die Anlage dient zur Überprüfung, ob die Inhalte von Modul 9 beherrscht werden. Sie wird in das Fachgespräch einbezogen aber nicht veröffentlicht.

Die Studienarbeit gilt als angenommen, wenn von jedem Fachprüfer mindestens 67 % der erreichbaren Punkte vergeben wurden. Außerdem darf in keinem Bewertungskriterium weniger als 33 % der möglichen Punkte vergeben worden sein. Studienarbeiten, die nicht die erforderliche Punktzahl erreichen, dürfen einmalig nachgebessert werden. 

Für das anschließende Fachgespräch wird eine Prüfungskommission der Zertifizierungsstelle einberufen. Sie besteht mindestens aus zwei Fachprüfern (GfSE-Assessoren) und dem von PersCert TÜV zu stellendem Vorsitzenden.

Das Fachgespräch wird durch die Fachprüfer bewertet. Der Vorsitzende leitet das Fachgespräch.

Bewertungskriterien sind:

  • Klarheit der Gedankenführung und Aussagen
  • Sprachliche Ausdrucksfähigkeit
  • Umgang mit Fragen und Kommentaren
  • Allgemeine Wirkung als Diskussionspartner
  • Schlüssigkeit der Selbstreflexion

Das Fachgespräch gilt als bestanden, wenn mindestens 67 % der erreichbaren Punkte von jedem Fachprüfer vergeben wurden. Außerdem darf in keinem Bewertungskriterium weniger als 33 % der möglichen Punkte vergeben worden sein.

Beim Antrag muss der INCOSE Code of Ethics anerkannt und eine persönliche Markennutzung mit der GfSE beantragt werden. Somit soll das benutzte Siegel geschützt werden, das eine persönliche eindeutige ID für jeden Absolventen hat,  und ist damit eindeutig der hochwertigen Ausbildung zuzuordnen.

Das Zertifikat hat eine Gültigkeitsdauer von 3 Jahren. Zur Verlängerung des Zertifikats ist eine Rezertifizierung erforderlich.

Bei Nichtbestehen kann auf Antrag des Teilnehmers eine Wiederholungsprüfung bei der nächstmöglichen Gelegenheit, aber frühestens einen Monat nach der Ergebnisbekanntgabe, abgelegt werden.