Anwärter

Mit der Personenzertifizierung weist ein Mitarbeiter nach, dass eine unparteiische Instanz seine Kompetenz für bestimmte Aufgaben geprüft und bestätigt hat.

Seiteninhalt:

  1. Was ist das SE-ZERT® Programm
  2. Der Nutzen
  3. Der Aufbau
  4. Unterschied zum INCOSE SEP Programm
  5. Kooperationspartner TÜV Rheinland
 

SE_ZERT_3

 
     

Was ist das SE-ZERT® Programm

Das SE-ZERT® Programm ist eine berufsbegleitende Weiterbildung zum „Certified Systems Engineers (GfSE)®“ und soll den Teilnehmern die Gelegenheit zum Aufbau prozessbezogener und inhaltsbezogener Kompetenzen im Bereich Systems Engineering bieten. Es wurde von der GfSE e.V. zusammen mit dem TÜV Rheinland als Personenzertifikat entwickelt. Das Programm orientiert sich damit an der EN ISO/IEC 17024 zur Personenzertifizierung. Akkreditierte Trainingsstellen bereiten die Teilnehmer optimal und unabhängig auf die Zertifizierung vor, die von einem Prüfungsausschuss des TÜV und der GfSE auf SE Wissen geprüft werden. Somit soll und wird eine hohe Qualität der Weiterbildung sichergestellt. Mit einem SE-ZERT® Zertifikat sind Absolventen branchenübergreifend für Ihre Arbeit als Systems Engineer qualifiziert. Die Weiterbildung wird in deutscher als auch englischer Sprache weltweit angeboten.

Der SE-ZERT® richtet sich an Einzelpersonen mit einem technischen Abschluss vom Meister, Techniker, Bachelor, Master und ältere Hochschulabschlüsse. Es bietet weiterhin Firmen die Qualifizierung von Mitarbeitern in einer internen Weiterbildung, als auch durch Teilnahme an öffentlichen Kursen an.

Der GfSE e.V. Satzung folgend, ist es das Ziel einen Systems Engineering Standard, Sprache und ein einheitliches Berufsbild zu schaffen. Das SE-ZERT® Programm unterscheidet 3 Qualifikationsebenen, die aufeinander aufbauen. Der Einstieg erfolgt über die Ebene C mit dem Ziel der Mitarbeit im Team, gefolgt von der Ebene B mit dem Ziel „Anwenden“ und u.U. dem Führen von kleinen Projekten. Die höchste Qualifikationsebene ist die Ebene A mit dem Ziel zu eigenen Problemformulierungen, Lösungen, Begründungen, Folgerungen, Interpretationen oder Wertungen zu gelangen und diese anderen auch vermitteln zu können.

Das Ziel des Zertifikats ist

  • Die Etablierung eines branchenübergreifenden Standards für Systems Engineering in der Weiterbildung
  • Berufsbegleitende Weiterbildung von Ingenieuren mit praktischen Übungen und praxisnahen Inhalten

Basis hierzu ist

  • Das INCOSE Systems Engineering Handbuch (in dt. oder engl. Ausgabe)
  • ISO15288 und angrenzende Normen des SE
  • Übersicht über industrieübergreifende Normen und Standards
  • Wissensprüfung zum Nachweis des Erlernten
  • Integration in ein ganzheitliches Konzept und Beschreibung der Schnittstellen zum Projektmanagement und der Qualitätssicherung

Der Nutzen

Nach erfolgreicher Prüfung erhält jeder Absolvent ein individuelles markenrechtlich geschütztes Siegel.

 

 
     

Der persönliche Nutzen des Absolventen:

  • die Berufsentwicklung zum Systems Engineer wird gefördert
  • technische, soziale und kontextabhängige Kompetenz wird bescheinigt
  • kontinuierliche Weiterbildung als persönlicher Wettbewerbsvorteil
  • zukunftsorientiertes Handeln für eine erfolgreiche Mitarbeit im Projektteam

Nutzen aus Sicht eines Unternehmen:

  • systematische SE-Personalentwicklung
  • Effektivitäts- und Effizienzsteigerung im Unternehmen
  • überbetriebliche Vergleichbarkeit durch einheitliche Zertifizierung
  • etabliert eine durchgängige Sprache und dies kann helfen organisatorische, geographische oder auch kulturelle Hürden zu überwinden
  • Bietet bei Ausschreibungen einen vereinfachten Kompetenznachweis

Der Aufbau 

Im Rahmen des SE-ZERT® können 3 Qualifikationsebenen angestrebt werden. Mit der Eingangsstufe Ebene C wird Systems Engineering (SE) in der Theorie und anhand von Fallstudien vermittelt. Mit Ebene B und insbesondere Ebene A ist man auf dem Weg zum SE-Experten.

Die Ausbildung zum „Certified Systems Engineers (GfSE)®“ ist in 9 Module unterteilt. Die Modulinhalte des SE-ZERT® sind für alle Ebenen des SE-ZERT® gleich. Entsprechend der ausgewählten Ebene (A, B oder C) sind allerdings die Kompetenzanforderungen unterschiedlich. Trainings mit abschließenden Prüfungen werden für die Ebene B und C angeboten. Für die Ebene A ist eine schriftliche Ausarbeitung anzufertigen, die mit einer abschließenden mündlichen Prüfung die Kompetenz feststellt. Für jede Ebene gibt es entsprechende Dokumente, die zum Download bereitstehen.

  Module
1 Grundlagen des Systems Engineering (inkl. Einführung)
2 Projektübergreifende Schnittstellen
3 Schnittstellen des Systems Engineering zu Projekt Management
4 Systems Engineering Management
5 Anforderungsmangement und Validierung & Verifikation
6 Realisationsprozesse
7 Querschnittsfunktionen innerhalb von Entwicklungsprojekten
8 Berücksichtigung von operationellen Aspekten und der Stilllegung im Design
9 Konfliktmanagement und soziale Kompetenz

Die für die Zertifizierung geforderten Kompetenzbereiche orientieren sich mit Ausnahme eines allgemeinen Einführungsbereiches (SE im Kontext), an den technisch orientierten Kompetenzen, die in jedem Projekt zur Anwendung kommen sollen. Hinzu kommen die Bereiche Projektmanagement, die Querschnittsfunktionen (-ilities) und Soft Skills. Zum Training der technisch orientierten Kompetenzen werden im Wesentlichen die entsprechenden Abschnitte aus dem ISO/IEC 15288, die Interpretation aus dem ISO/IEC 19760, die Terminologie aus dem ISO/IEC/IEEE 24765:2010 [5] und das INCOSE Handbuch herangezogen.

Die Norm ISO/IEC/IEEE 15288 ist eine prozessbezogenen Norm, die international die Grundlage von Systems Engineering Aktivitäten bildet. Die Umsetzung von prozessbezogener Kompetenzen ist daher ein wesentliches Ziel des Trainings. Die prozessbezogenen Kompetenzbereiche umfassen die Verfahren, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die von den Teilnehmern verstanden werden und am Ende angewandt werden sollen. Auf diese Weise sollen die Teilnehmer befähigt werden, das erlernte Wissen im Firmenalltag anzuwenden.

Da ein Systems Engineer entsprechend seinen fachlichen Aufgaben in der Regel in interdisziplinären Teams seine Aufgaben in einem Projekt wahrzunehmen hat, ist auch die Förderung von sozialen und personellen Kompetenzen, wichtig. Dazu wird auf Normen des Projektmanagements, sowie auf Literatur der Moderatorenausbildung zurückgegriffen.

Unterschied zum INCOSE SEP Programm 

Das SE-ZERT® Programm, der GfSE e.V., schließt eine Lücke im Zertifizierungsmarkt und stellt aber sicher, dass der Systems Engineering Gedanke aus einer Sicht kommt. So folgt INCOSE mit dem SEP eher der US orientierten Zertifizierung-Philosophie, ähnlich dem von PMI beim Projektmanagement. Während die Europäische-Sicht beim Projektmanagement eher von der GPM-IPMA vertreten wird. Im Bereich Systems Engineering haben wir es geschafft, das beide Zertifizierungsmöglichkeiten aus einem globalen Netzwerk kommen, denn das SE-ZERT® Programm folgt hier dem Ansatz der GPM-IPMA.

Als German Chapter of INCOSE vertritt die GfSE INCOSE im deutschsprachigen Raum und hat damit die Anforderungen und das 3 Ebenen-Konzept vom SEP und damit das Prinzip übernommen. INCOSE hat bestätigt, das die Ebene C als auch Ebene B mit dem ASEP bzw. dem CSEP äquivalent sind. Um diese Äquivalenz bestätigt zu bekommen, muss das Programm höhere Anforderungen als das SEP aufweisen. Ist die Ebene C oder B bestanden, so ist es möglich, gegen eine Bearbeitungsgebühr auch den SEP Status von INCOSE ohne weitere Nachweise zu bekommen.

Das SE-ZERT Programm bietet mehr Inhalte als das INCOSE SEP Programm. Die auditierte Ausbildung berücksichtigt insbesondere auch die sogenannten Querschnittsfunktionen und beinhaltet einen Schulungsanteil im Bereich der Soft Skills. Auch ist die Teilnahme an einem lizensierten Kurs erforderlich, der Übungen als auch Theorie enthält. Somit wird ein hoher Standard in der beruflichen Weiterbildung geschaffen, der mittels einer Prüfung durch Multiple-Choice als auch offenen Fragen bestanden werden muss. Bei INCOSE sind lediglich Multiple-Choice Fragen in der Prüfung.

Kooperationspartner TÜV Rheinland 

Die TÜV Rheinland Akademie GmbH [Link] ist die Kompetenz im Bereich Personenzertifikat und ist der Kooperationspartner für die Organisation und Durchführung des SE-ZERT® der GfSE e.V. Mit der Personenzertifizierung nach EN ISO/IEC 17024 weist ein Mitarbeiter nach, dass eine unparteiische Instanz seine Kompetenz für bestimmte Aufgaben geprüft und bestätigt hat. Die einzelnen Zertifikationsprogramme sind beim TÜVRheinland® unter folgenden Links gelistet:

Die Prüfungen werden als Einzelprüfung in Sammeltests beim TÜV Rheinland, Kursabhängig bei den Trainingsanbietern oder auch bei Firmen oder Hochschulen (Mindestteilnehmer) durchgeführt. Hierbei kommt der Prüfer des TÜVRheinland® vorbei und nimmt die Prüfung ab. Bei erfolgreicher Prüfung wird ein Zertifikat mit TÜV Rheinland Prüfzeichen ausgestellt.