Trainerqualifikation

Hier finden Trainingsanbieter und Hochschulen eine Übersicht und Informationen, wie man zum lizensierten Trainer wird.

Übersicht

Die generellen Anforderungen für Trainingsanbieter und Trainer werden hier als Ergänzung zum Curriculum beschrieben. Im Curriculum selbst werden die Anforderungen für die Ebene C bis A in separaten Dokumenten als Lernziele beschrieben. Zur Zulassung als Trainingsanbieter wird ein „Compliance-sheet“ für die Ebenen C und B bereitgestellt, das detaillierte Anforderungen für die einzelnen Module enthält bzw. auch auf diese Dokumente referenziert. Außerdem müssen die theoretischen Trainingsunterlagen, Übungen und das beschreibende Konzept eingereicht werden.

Curriculum und „Compliance-sheet“ bilden die Grundlage zur Erstellung des Trainingsprogramms. Die Lernziele sind für jede Ebene unterschiedlich und sind für jedes Modul in den beiden obigen Dokumenten definiert. Jedem Module sind entsprechende Skills der Trainer (PM, SE, CSEP, Level B, Level A, oder mindestens 5 Jahre Berufserfahrung) zugeordnet.

Hinweis: Für die Ebene A kann ein zugelassener Trainer eine Unterstützung zur Erstellung der Studienarbeit anbieten. Ein dezidiertes Training ist im SE-ZERT-Programm nicht vorgesehen. Die Zertifizierungs-Prüfung erfolgt direkt durch GfSE-Assessoren und den TÜV Rheinland.

Hochschulen und Universitäten mit einem Master-Studiengang, der die Anforderungen erfüllt, sind im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit und nach Zulassung durch die GfSE berechtigt den Studiengang für die Ebene C anzubieten. Absolventen/Innen können sich ohne weitere Schulungsmaßnahmen mit den Prüfungsunterlagen der Ebene C zur Prüfung beim TÜV anmelden.

Anforderungen an die Trainer

Im Folgenden sind die allgemeinen Anforderungen (Skills) an die Trainer pro Modul festgelegt, die für den Level C und B gelten.

Modul  Skills der Trainer für Level C und B  Anforderungen für Master-Studiengänge 
 1  5 J. Berufserfahrung   Level A Nachweis der Befähigung des
Lehrstuhlinhaber und Lehrkräfte
(z.B. Berufungsunterlagen, praktische
Tätigkeiten in der Industrie, etc.)
 2  5 J. Berufserfahrung  
 3  PM-ZERT oder ähnliches
 4  CSEP/B-Level
 5  CSEP/B-Level
 6  CSEP/B-Level
 7  5 J. Berufserfahrung  
 8  5 J. Berufserfahrung  
 9  5 J. Berufserfahrung  im Bereich
„Soziale Kompetenz“

Tabelle 1: Modul-Anforderungen an die Trainer:

Zulassungsvoraussetzungen für Trainer

Ein Inhaber eines gültigen Ebene A Zertifikates darf alle Module unterrichten, es ist jedoch zu empfehlen, sich für das Modul 9 einen Partner zu suchen. Falls es keinen Inhaber der Ebene A gibt, so müssen folgende Anforderungen erfüllt werden:

  • Mindestens 1 Trainer muss ein gültiges CSEP Zertifikat von INCOSE haben, alternativ ein B-Level Zertifikat der GfSE
  • Alle weiteren Trainer müssen mindestens 5 Jahre Berufserfahrung im weiteren Umfeld des Systems Engineering nachweisen
  • Die Trainer für den Bereich „sozialen Kompetenz“ muss über eine entsprechende Zusatzausbildung verfügen, die nachgewiesen werden muss
  • 1 Trainer muss mindestens 5 Jahre aktive Projektmanagement-Erfahrung nachweisen (ein gültiges PM-Zert (GPM-IPMA) oder PMP (vom PMI) ist vorzulegen).
  • Idealerweise gibt es auch jemanden, der mindestens 5 Jahre aktive Erfahrung im Bereich Qualitätsmanagement hat.

Anforderungen an die Trainingsgestaltung

Bei der Zulassung als Trainingsanbieter wird das WAS von den Assessoren beurteilt

  • Vollständigkeit des Kurses gemäß den angezogenen Dokumenten
  • Vollständige Abdeckung des INCOSE Handbuchs (bzw. der Modulinhalte)
  • Informationsvermittlung wird durch geeignete Übungen unterstützt, die sich an den spezifischen Lernzielen der Ebenen und Module orientieren (vgl. dazu Curriculum)
  • Die Ausprägung kann branchenübergreifend oder branchenspezifisch sein; Entsprechend den Vorankündigungen des Trainingsanbieters
  • Ein geeignetes praktisches Beispiel muss mindestens für den Level B vorhanden sein.
  • Die Zulassung des Kurses bzw. der Kursmaterialen wird von den GfSE-Assessoren erteilt.
  • Die generelle Zielsetzung der Ausbildung für Level C ist primär die Vermittlung von theoretischen Kenntnissen des Systems Engineering. Übungen dienen zur Veranschaulichung der Lehrinhalte.
  • Die generelle Zielsetzung der Ausbildung für Level B ist primär die Vermittlung von praktischen und anwendungsbezogenen Kenntnissen des Systems Engineering. Übungen dienen zur Einübung von Systems Engineering Methoden und Vorgehensweisen.
    • Für folgende Module sind bei Level B Trainings praktische Übungen vorzusehen: Modul 3, Modul 4,  Modul 5, Modul 6, Modul 9  (kann ggf. in anderen Module abgedeckt werden)
    • Für die Module 2, 7, 8 werden bei Level B Trainings Übungen empfohlen

Die Module haben Dopplungen in den Tabellen, dass bedeutet allerdings kein doppelter Inhalt, sondern dass der Trainer hier die Freihat hat den Schwerpunkt individuell zu setzen. Allerdings sollen die Module und Themen für den Anwärter sichtbar im Gesamtkontext verknüpft werden.

Verhältnis der Trainingsfirmen/Institute zur GfSE

  • Die Trainingsfirma hat die Pflicht der sofortigen Anzeige bei Änderungen der Schulungsunterlagen und/oder des Schulungspersonals (mind. 4 Wochen vor dem nächsten Kurs).
  • Es fällt eine jährliche Lizenzgebühr an.
  • Die beantragende Firma muss korporatives Mitglied in der GfSE sein.
  • Die Zulassung von Trainingsanbietern zur Erlangung einer GfSE Lizenz erfolgt auf Basis eines „Compliance-Sheets“ für jede Ebene

Schritte zur Zulassung

Kommerzielle Trainingsanbieter:

  1. Schulungsprogramm dokumentieren
  2. Geeignete Trainer auswählen
  3. Compliance zum Curriculum erklären
  4. Befähigungsnachweis der Trainer einreichen
  5. Dokumentation von Trainingsinhalt und Aufbau einreichen
    1. Trainingsleitfaden
    2. Präsentationsfolien
    3. Angepasste Übungen
    4. Teilnehmerunterlagen (Hand-Out)
  6. Rechtliche Grundlagen erfüllen
    1. Firmenmitglied werden
    2. Lizenzvertrag schließen
    3. Lizenzgebühr bezahlen
    4. Markennutzungsvereinbarung schließen

Studiengänge:

  1. Compliance zum Curriculum auf Basis der Studienordnung erklären
  2. Befähigungsnachweis des Lehrpersonals einreichen
  3. Dokumentation von Trainingsinhalt und Aufbau einreichen
    1. Curriculum vom Studiengang
    2. Präsentationsfolien
    3. Angepasste Übungen
    4. Teilnehmerunterlagen (Hand-Out)
  4. Rechtliche Grundlagen erfüllen
    1. Firmenmitglied werden
    2. Lizenzvertrag schließen
    3. Lizenzgebühr bezahlen
    4. Markennutzungsvereinbarung schließen

Leistungen und Möglichkeiten

  • Der Anwärter sollte beim Ausfüllen der Formblätter unterstützt werden
  • Fragen zur Qualifikation und Prüfungen sollten primär über den TÜV Rheinland gestellt werden
  • Individuelle Prüfungstermine werden mit dem TÜV Rheinland vereinbart
  • Der TÜV Rheinland bietet über das Jahr in Deutschland „Sammel“ Prüfungen an, an denen einzelne Personen teilnehmen können
  • Die Unterlagen sind alle VOR der Prüfung beim TÜV einzureichen.
  • Der Antrag auf den Titel und das Siegel müssen auch vor dem Prüfungstermin beim TÜV eingereicht werden. Wichtig: es handelt sich um ein personenbezogenes Zertifikat und darum werden die privaten Kontaktdaten benötigt.

Für Firmenanfragen:

  • Es kann individuelle Angebote an Firmen geben, der Inhalt des Curriculums muss erkennbar geschult werden
  • Der Trainingsanbieter ist für die Qualität und Inhalt verantwortlich
  • Ist der SE-ZERT Teil eines großen SE Gesamtschulungskonzeptes und werden nebenher noch weitere Detailschulungen z.B. zum Thema SysML/MBSE insgesamt für alle Teilnehmer durchgeführt, so kann der Inhalt aus dem Modul reduziert angeboten werden. Der Trainingsanbieter kontrolliert die Anwendbarkeit auf die SE-ZERT Module.
  • Ein Anpassen auf die firmenspezifischen Ausprägungen ist in den Übungen erlaubt.